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Wissenschaft ist unverzichtbar

Am 22. April demonstrieren weltweit Menschen für die Freiheit der Wissenschaften. Auch die Universität Würzburg unterstützt den „March for Science“.Die Erforschung unserer Welt, die Einordnung, Analyse und Weiterverwertung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt. Um die Rolle der Wissenschaft als unverzichtbaren Teil unserer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken und gegen Angriffe auf die Freiheit der Wissenschaften zu protestieren, gibt es den „March for Science“. Weltweit werden in mehr als 500 Städten am 22. April 2017 hunderttausende Menschen auf die Straßen gehen. Die Universität Würzburg begrüßt und unterstützt den „March for Science“ und ruft ihre Mitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger auf, sich aktiv daran zu beteiligen. „Nicht nur unser Land lebt von Wissenschaft, Forschung und Technologie und der dazugehörigen Ausbildung. Auch das Funktionieren unsere Gesellschaft ist davon abhängig, dass wissenschaftlich fundierte Fakten die Grundlage eines Diskurses bilden. Für die Universität Würzburg hat Rektor Hermann Schell die allzeit gültige Verpflichtung ‚Veritati‘ Ende des 19. Jahrhunderts weithin sichtbar an unserem Hauptgebäude anbringen lassen“, so Universitätspräsident Alfred Forchel. Der „March for Science“ ist eine Reaktion auf die Beobachtung, dass wissenschaftlich erwiesene Tatsachen immer häufiger im politischen und gesellschaftlichen Kontext geleugnet und relativiert werden. Wenn Populismus, „Fake News“ und „gefühlte Wahrheiten“ fundierte Forschung bedrohen, habe das Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft, so die Organisatoren. Solche Einstellungen entziehen einem konstruktiven Dialog die Basis – dabei sei dieser eine elementare Grundlage der Demokratie. Kundgebungen in Deutschland Auch in Deutschland wird es Märsche für die Wissenschaft geben, die von ehrenamtlichen Teams organisiert werden; geplant sind sie in mehr als einem Dutzend Städte. In Bayern ist ein Science-March in München geplant. Er startet um 10.30 Uhr am Karlsplatz (Stachus). Die von Würzburg aus gesehen nächstgelegene Kundgebung findet in Frankfurt statt. Dort ist Auftakt um 13:00...

Dionaea: Wie die Verdauung in Gang kommt

Die Venusfliegenfalle verdaut ihre Opfer mit einem Sekret aus speziellen Drüsen. Erstmals hat jetzt ein Forschungsteam die Tätigkeit dieser Drüsen gemessen und im Detail analysiert.Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) gehört zu den Pflanzen, die sich von Tieren ernähren. Mit ihren Klappfallen fängt sie Insekten, mit einem Verdauungssekret aus Drüsenzellen löst sie ihre Beute auf und verleibt sich die freigesetzten Nährstoffe ein. Die Absonderung eines Verdauungssaftes aus Drüsen ist schon seit Darwins Zeiten als Tatsache gesetzt. Doch gemessen und analysiert wurde dieser Vorgang erst jetzt: Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Biophysikers Rainer Hedrich von der Universität Würzburg stellt die Ergebnisse im Journal PNAS vor. Versucht ein Beutetier, aus der geschlossenen Falle der Pflanze zu entkommen, berührt es zwangsläufig die Sinneshaare, die sich in der Falle befinden. Jeder mechanische Kontakt mit den Haaren löst ein elektrisches Signal aus, das sich wellenförmig über die Falle ausbreitet. Ab dem dritten Signal bildet die Pflanze das Hormon Jasmonat, nach dem fünften Signal werden ihre Verdauungsdrüsen aktiviert, die die Innenseite der Fallen wie ein dichter Rasen auskleiden. Zersetzend: Drüsen geben salzsäurehaltige Vesikel ab Was passiert dann in den Drüsenzellen? Sie bilden immer mehr membranumhüllte, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen (sekretorische Vesikel) und geben deren Inhalt nach außen ab. Das passiert nach einer mechanischen Reizung der Sinneshaare, aber auch dann, wenn man die Drüsen mit dem Hormon Jasmonat in Kontakt bringt. Der gesamte Prozess ist abhängig von Kalzium und wird von einer Reihe bestimmter Proteine in die richtige Bahn gelenkt. In den Drüsenzellen werden außerdem Gene aktiviert: „Wir gehen davon aus, dass sie für die Beladung der Vesikel mit Protonen und Chlorid sorgen, also mit Salzsäure“, erklärt Hedrich: „Mit ionensensitiven Elektroden haben wir gemessen, dass wiederholte Berührungen der Sinneshaare den Einstrom von Kalzium-Ionen in die Drüse auslösen. Durch den Anstieg des Kalzium-Spiegels im Zellplasma fusionieren die Vesikel mit...

Erneuter ERC-Grant für Laurens Molenkamp

Spitzenforschung zahlt sich aus: Nach 2011 bekommt Physik-Professor Laurens Molenkamp jetzt zum zweiten Mal einen mit 2,5 Millionen Euro dotierten Preis vom Europäischen Forschungsrat.Mit seinen Advanced Grants zeichnet der Europäische Forschungsrat (ERC, European Research Council) exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die sich mit herausragenden Leistungen in der Forschungscommunity etabliert haben. Die Preise sind mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert. Das Geld dient dazu, innovative Projekte voranzubringen. Laurens Molenkamp, Professor am Physikalischen Institut der Universität Würzburg, erhält nun schon zum zweiten Mal diese begehrte Auszeichnung. Den Würzburger Professor darf man zweifellos zur Riege der etablierten Spitzenforscher zählen: In seinem Labor gelang 2007 die Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts. Molenkamp war außerdem der erste, der die neue Materialklasse der topologischen Isolatoren experimentell realisieren konnte. Seit seinem Durchbruch wird auf diesem Gebiet weltweit intensiv geforscht. Von topologischen Isolatoren erwarten Fachleute große Fortschritte in der Informationstechnik: Mit diesem Material sollten sich in Zukunft noch kleinere und leistungsfähigere Computerchips bauen lassen. Wofür das Geld verwendet wird In dem neuen Projekt soll die sogenannte „exotische“ Supraleitung erforscht werden. Diese entsteht, wenn man einen topologischen Isolator mit normalen Supraleitern in Kontakt bringt. „Exotisch heißt hier, dass die Elektronenpaarung im topologischen Material auf andere Weise als in herkömmlichen Materialien stattfindet“, erklärt Molenkamp. Wie das genau passiert, soll jetzt mit Hochfrequenz-Techniken und sehr präzise gesteuerten Magnetfeldern untersucht werden. Die neuartige Form der Supraleitung dürfte sich besonders für den Einsatz in Quantenrechnern eignen. „Ob das tatsächlich stimmt und wie einfach oder schwer das gelingen könnte, ist allerdings noch offen“, so der Professor. Aus den ERC-Mitteln werden die für das Projekt notwendigen neuen Messplätze beschafft. Auch drei Promotionsstellen werden geschaffen; die Doktoranden werden ihre Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Beschäftigten des Lehrstuhls in Angriff nehmen. Vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler Für seine Forschung über topologische Isolatoren hat Laurens Molenkamp schon viele hochkarätige Auszeichnungen erhalten. Darunter...

einBLICK: Nachrichten aus der Uni

Premiere: Erster PROMI promoviert - Neue Professorin für Grundschulpädagogik/-didaktik - Buch über Universitätsgründer Julius Echter erschienen - Weinbau in Zeiten des KlimawandelsPremiere: Erster PROMI promoviert - Neue Professorin für Grundschulpädagogik/-didaktik - Buch über Universitätsgründer Julius Echter erschienen - Weinbau in Zeiten des Klimawandels

Sterben Krebszellen bei Glutamin-Entzug?

Viele Tumoren sind geradezu abhängig von der Aminosäure Glutamin: Nimmt man ihnen den Stoff weg, sterben sie ab. Das klingt nach einem guten Therapieansatz. Doch eine neue Studie bringt diese Idee ins Wanken.Die meisten Krebsarten brauchen für ihr schnelles Wachstum große Mengen Glutamin. Viele wissenschaftliche Studien kommen sogar zu dem Schluss, dass Tumoren ohne Glutamin nicht überlebensfähig sind. Für dieses Phänomen hat sich der Begriff “Glutaminsucht” eingebürgert. Ein Weg zur Behandlung von Krebs könnte also darin bestehen, dass man den Tumor von der Glutaminzufuhr abschneidet. Forschungsteams aus Würzburg und Berlin kommen nun aber zu dem Schluss, dass ein Glutaminentzug die Tumorzellen zwar bremst, sie aber nicht abtötet. Für eine Therapie würde das ein hohes Rückfallrisiko bedeuten. Die Studie ist im EMBO Journal veröffentlicht. Erarbeitet wurde sie von den Gruppen um Professor Martin Eilers vom Biozentrum der Universität Würzburg und Dr. Stefan Kempa vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin. Es kommt auf die Art der Zellkultur an Die “Glutaminsucht” von Krebszellen wurde bislang vorwiegend in genetisch manipulierten Zellkulturen untersucht, die zuviel c-MYC produzieren. Dieses Protein ist ein zentraler Regulator des Zellwachstums und der Zellteilung; in Krebszellen ist es oft außer Kontrolle geraten. In diesen Zellkulturen wirkt der Entzug von Glutamin tödlich auf die Tumorzellen. Aber klappt das auch bei natürlichen Tumorzellen? Um das zu klären, verwendeten die Forscher eine Linie von Darmkrebszellen, in denen c-MYC von Natur aus in zu großen Mengen vorliegt. Sie stellten fest, dass diese Krebszellen nicht absterben, wenn man ihnen Glutamin entzieht. Stattdessen legen sie eine Art Teilungspause ein, aus der sie wieder in den Wachstumszustand zurückkehren können. Die Forschungsteams stellten außerdem fest, dass sich die beiden Krebszelltypen in der Art unterscheiden, wie sie ihre c-MYC-Produktion regulieren. „Im genetisch veränderten Zellkultursystem bleibt c-MYC immer auf einem hohen Level, während es bei den natürlichen Darmkrebszellen herunterreguliert wird,...

Ameisen retten ihre Verletzten

Im Reich der Ameisen gibt es ein einzigartiges Rettungswesen: Kommt es im Kampf zu einer Verletzung, ruft die verwundete Ameise um Hilfe. Sie wird dann zurück ins Nest getragen und verarztet.Die afrikanischen Matabele-Ameisen (Megaponera analis) sind südlich der Sahara weit verbreitet und haben sich auf eine besondere Nahrung spezialisiert: Sie fressen Termiten. Zwei bis vier Mal am Tag gehen die Ameisen auf Beutefang. Sie ziehen in langen Kolonnen aus, überfallen Termiten an ihren Futterstellen, töten dort viele Arbeiter und schleppen die Opfer zurück in ihr Nest. Bei diesen Überfällen stoßen die Ameisen allerdings auf Gegenwehr – sie werden in Kämpfe mit der Soldatenkaste der Termiten verwickelt. Dabei kann es Tote und Verwundete geben, denn die Soldaten wissen ihre gepanzerten Köpfe und kräftigen Kiefer gut gegen die Ameisen einzusetzen. Das Verletzungsrisiko ist also hoch auf den Beutezügen. Die Ameisen haben darum ein Rettungsverhalten entwickelt, das man in dieser Form bei Insekten bislang nicht kannte. Chemisches Signal löst die Rettung aus Wird eine Ameise im Kampf verletzt, „ruft“ sie ihre Artgenossen um Hilfe, indem sie chemische Signalstoffe absondert. Sie wird dann zurück ins Nest getragen und dort verarztet, so dass sie in der Lage ist, bei künftigen Raubzügen wieder dabei zu sein. Worin die „Therapie“ besteht? Meist werden Termiten entfernt, die sich an der Ameise festgebissen haben. Ein Forschungsteam vom Biozentrum der Universität Würzburg hat dieses Rettungswesen von Megaponera analis aufgedeckt und beschreibt es im Journal „Science Advances“. An der Arbeit beteiligt waren Erik Frank, Thomas Schmitt, Thomas Hovestadt, Oliver Mitesser, Jonas Stiegler und Karl Eduard Linsenmair, alle vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie. Verletztenrettung macht sich bezahlt „Erstmals haben wir damit bei wirbellosen Tieren ein Helferverhalten gegenüber Verletzten beobachtet“, sagt Doktorand Erik Frank. Gerade bei sozialen Insekten, bei denen das Individuum im Vergleich zur ganzen Kolonie in der Regel nur wenig...