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TV-Tips für die Woche 50/2017

Montag, 11. Dezember:Arte, ab 20.15 Uhr: "Der blaue Engel" (1930), "Opfergang" (1944), "Hitlers Hollywood" (2017)Arte zeigt einen großen Themenabend zum 100. Geburtstag des deutschen UFA-Filmstudios. Den Auftakt macht mit Josef von Sternbergs "Der blaue Engel" (einer eher losen Adaption von Heinrich Manns "Professor Unrat") einer der ganz großen UFA-Klassiker, der Marlene Dietrich in der Hauptrolle der verführerischen Sängerin Lola, die einem deutlich älteren, sehr strengen und stets korrekten Gymnasialprofessor (Emil Jannings) zum Verhängnis wird, zum Weltstar machte. Um 22.00 Uhr folgt Veit Harlans "Opfergang", ein kunstvolles Liebesmelodram mit Carl Raddatz und Kristina Söderbaum über eine intellektuelle Ménage à trois. Und da es sich streng genommen um einen Nazi-Propagandafilm handelt (wenn auch einen vergleichsweise subtilen), läuft passend dazu im Anschluß um 23.35 Uhr als Free-TV-Premiere Rüdiger Suchslands Doku "Hitlers Hollywood" über das deutsche Kino während des Dritten Reichs.NDR, 23.15 Uhr: "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975)Volker Schlöndorff und Margarethe Trotta adaptierten Heinrich Bölls bitterböse Abrechnung mit der Boulevard-Presse (speziell der BILD-Zeitung). Angela Winkler ("Die Blechtrommel") spielt die Titelfigur, die eine Nacht mit Ludwig (Mario Adorf) verbringt, ohne zu wissen, daß dieser des Bankraubs und Mordes beschuldigt wird. Von der Polizei wird sie prompt als vermeintliche Fluchthelferin verhaftet, woraufhin sie von der führenden Boulevard-Zeitung mitleidlos und mit dreisten Lügen als Mittäterin angeprangert wird - mit den zu erwartenden Folgen für ihr Privat- und Arbeitsleben.Dienstag, 12. Dezember:RTL Nitro, 23.45 Uhr: "Jackie Chan: Sie nannten ihn Knochenbrecher" (1978)Der auch unter dem Titel "Drunken Master - The Beginning" bekannte Film machte Jackie Chan in der Rolle des Nationalhelden Wong Fei Hung gemeinsam mit dem kurz zuvor erschienenen "Die Schlange im Schatten des Adlers" zum Star des Hongkong-Kinos. Beide Actionkomödien sind bis heute äußerst sehenswert, was auch an der Regie von Yuen Woo-Ping liegt, der bis heute zu den besten Kampfchoreographen weltweit zählt (er war...

Samstags-Update (49/2017)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende 2017:Kinovorschau Herbst 2017 (Teil 2)Box Office-News:Nachdem bereits das letzte Wochenende das laut InsideKino schwächste vorweihnachtliche seit neun Jahren war, sieht es diese Woche sogar noch trauriger aus: Gerade mal zwei Filme erreichen sechsstellige Zuschauerzahlen, wobei Pixars "Coco" mit gut 150.000 Besuchern deutlich vor "Paddington 2" bleiben sollte. Um Platz 3 rangeln "Mord im Orient Express", "Fack ju Göhte 3" und der beste Neustart "Daddy's Home 2" mit je 70.000 bis 80.000 Kinogängern - die Komödie mit Mark Wahlberg und Will Ferrell wiederholt somit ziemlich genau den Startwert des Vorgängers (knapp 80.000). Sonys Animationsfilm "Bo und der Weihnachtsstern" reiht sich knapp dahinter vermutlich auf Platz 6 ein, während "Zwischen zwei Leben" mit Kate Winslet und Idris Elba in der unteren Hälfte der Top 10 eröffnet und die deutsche Kinderfilmfortsetzung "Burg Schreckenstein 2" komplett floppt und nicht einmal ein Drittel des Startergebnisses (gut 80.000) des Vorgängers aus dem Vorjahr erzielen dürfte.Auch in den USA herrscht die Ruhe vor dem nächstwöchigen "Star Wars Episode VIII"-Sturm: "Coco" verteidigt mit starken knapp $20 Mio. locker die Spitzenposition, dahinter kämpft das ungleiche Duo "Justice League" und "Wunder" mit jeweils an die $10 Mio. um die Positionen 2 und 3. Der einzige relativ breite Neustart des Wochenendes, die reife Komödie "Just Getting Started" mit Morgan Freeman und Tommy Lee Jones, enttäuscht mit bestenfalls $4 Mio. und Rang 8, dagegen zeigt James Francos unwahrscheinlicher OSCAR-Kandidat "The Disaster Artist" (eine Satire über die Entstehung des in den USA ob seiner unglaublich miesen Qualität kultigen Films "The Room") nach seinem letztwöchigen Sensationsstart in vier Kinos erneut seine Muskeln und kommt in nun 840 Kinos auf gute $6 Mio., womit er sich zwischen Platz 4 und 6 einreiht. In Deutschland kommt "The Disaster Artist" am 1. Februar 2018 in die Kinos, "Just Getting...

OSCAR-News: "Wonder Woman" in den AFI-Top 10, "Shape of Water" dominiert Critics' Choice Awards

Am Montag steht mit den Nominierungen für die Golden Globes der erste größere Höhepunkt der Awards Season an, diese Woche gab es mit den Nominierungen für die Critics' Choice Awards und der Bekanntgabe der zehn besten amerikanischen Filme des Jahres laut American Film Institute zwei aussagekräftige Wegweiser. Beginnen wir mit den Top 10 nach Ansicht des AFI (nach den Originaltiteln alphabetisch sortiert):- The Big Sick- Call Me by Your Name- Dunkirk- The Florida Project- Get Out- Lady Bird- Die Verlegerin- Shape of Water - Das Flüstern des Wassers- Three Billboards Outside Ebbing, Missouri- Wonder WomanQuelle: AFI Awards-Homepage Bevor ich die Auswahl analysiere, zunächst zum Vergleich die Nominierungen in der Kategorie "Bester Film" für die renommierten Critics' Choice Awards:Bester Film:- The Big Sick- Call Me by Your Name- Die dunkelste Stunde- Dunkirk- The Florida Project- Get Out- Lady Bird- Die Verlegerin- Shape of Water- Three Billboards Outside Ebbing, MissouriNunja, es ist nicht schwer zu erkennen, daß es viele Gemeinsamkeiten gibt: "Die dunkelste Stunde" als britische Produktion stand bei den AFI Awards nicht zur Auswahl, ansonsten sind die Listen tatsächlich identisch. "Wonder Woman" ist also gewissermaßen der "Die dunkelste Stunde"-Ersatz, was ein großer Erfolg für den (bereits bei den NBR Awards in den Top 10 gelandeten) Superhelden-Film ist. Sollte er bei den Golden Globes ebenfalls als bester Film nominiert werden, könnte er tatsächlich eine reelle Chance auf eine OSCAR-Nominierung in der Königskategorie haben. Die promintesten nicht-nominierten Werke sind James Francos "The Disaster Artist" und Paul Thomas Andersons "Der seidene Faden", speziell Letzteren sollte man für die Academy Awards aber nicht unterschätzen. Ziemlich schlecht sieht es inzwischen für Kritikerliebling "Mudbound", Taylor Sheridans "Wind River" und Kathryn Bigelows kontrovers diskutiertes historisches Rassismus-Drama "Detroit" aus, die bislang alle keinen guten Lauf in der Awards Season haben und damit für die OSCARs zunehmend ins Hintertreffen geraten.Sechs...

THE MISSING (TV-Serie, 2016, 2. Staffel)

Regie: Ben Chanan, Drehbuch: Jack & Harry Williams, Musik: Darsteller: Tchéky Karyo, Keeley Hawes, David Morrissey, Laura Fraser, Abigail Hardingham, Jake Davies, Roger Allam, Florian Bartholomäi, Derek Riddell, Anastasia Hille, Lia Williams, Filip Peeters, Ólafur Darri Ólafsson, Daniel Ezra, Brian Bovell, Bernhard Schütz, Chelsea Edge, Stefan Schönenberg, Tobias Schönenberg, Indica Watson, Camille Schott, Fabrice Rodriguez, Sebastian Urbanski, Nabil Elouahabi, Lena Lauzemis, Cela Yildiz(function(d,s,id){var js,stags=d.getElementsByTagName(s)[0];if(d.getElementById(id)){return;}js=d.createElement(s);js.id=id;js.src="http://g-ec2.images-amazon.com/images/G/01/imdb/plugins/rating/js/rating.min.js";stags.parentNode.insertBefore(js,stags);})(document,'script','imdb-rating-api'); Rotten Tomatoes: 96% (7,6); FSK: 16, Dauer: 472 Minuten.Im Jahr 2003 verschwindet die 11 Jahre alte Alice – Tochter des dort stationierten britischen Offiziers Sam Webster (David Morrissey, "Centurion") und seiner Frau Gemma (Keeley Hawes, TV-Serie "Ashes to Ashes") – aus dem deutschen Ort Eckhausen. Die Ermittlungen bleiben erfolglos. 2014 taucht Alice (Abigail Hardingham, TV-Serie "Will") am gleichen Ort wieder auf, offensichtlich schwer traumatisiert, aber am Leben. Während sie, ihre Eltern und ihr jüngerer Bruder Matthew (Jake Davies) versuchen, mit der neuen Situation umzugehen, versuchen die deutsche Polizei und das britische Militär unter Führung von Brigadier Stone (Roger Allam, "A Royal Night") und seiner hochschwangeren Tochter Sergeant Eve Stone (Laura Fraser, "Ritter aus Leidenschaft") in Zusammenarbeit den Täter ausfindig zu machen – denn wie sie von Alice erfahren haben, hatte sie noch eine in etwa gleichaltrige Mitgefangene namens Sophie Giroux. Die verschwand bereits 2002 aus Frankreich, der leitende Ermittler war Julien Baptiste (Tchéky Karyo, "Nikita"). Als der inzwischen pensionierte Julien von der neuen Spur erfährt, macht er sich sofort auf den Weg nach Deutschland, denn Sophies ungeklärtes Verschwinden ließ ihn niemals los …Kritik:Als die Brüder Jack und Harry Williams die ungewöhnlich komplexe Thriller-Serie "The Missing" schufen, wurde die grimmig-realistische Geschichte über die mannigfaltigen Auswirkungen des spurlosen Verschwindens eines Kindes 2014 in Großbritannien zu einem großen Kritiker- und Publikumserfolg (anders als im deutschen TV, wo sie auf bedauerlich wenig Interesse stieß). Zwei Jahre später kehrte die Serie...

OSCAR-News: Vorauswahl bei den Spezialeffekten und den animierten Kurzfilmen

In einigen Kategorien gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences schon vor den eigentlichen Nominierungen eine mal mehr, mal weniger große Vorauswahl bekannt, die noch im Rennen ist. Gestern abend geschah das in den ersten beiden Sparten, den Spezialeffekten und den animierten Kurzfilmen. Für die breite Öffentlichkeit sind die Spezialeffekte spannender (da die meisten Kurzfilme nur Insidern bekannt sind), daher wollen wir mit ihnen beginnen. 20 Filme konnten sich ihre Chance auf einen jener fünf Nominierungsplätze erhalten, die am 23. Januar 2018 bekanntgegeben werden:- Alien: Covenant- Die Schöne und das Biest - Blade Runner 2049- Dunkirk- Ghost in the Shell- Guardians of the Galaxy Vol. 2- Jumanji: Welcome to the Jungle- Justice League- Kong: Skull Island- Life- Logan - The Wolverine- Okja- Pirates of the Caribbean: Salazars Rache- The Shape of Water- Spider-Man: Homecoming- Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi- Thor: Tag der Entscheidung- Valerian und die Stadt der tausend Planeten- Planet der Affen: Survival - Wonder Woman Jeder Mitfavorit hat diese erste, noch relativ kleine Hürde übersprungen (es gibt, wenn ich mich nicht irre, noch eine zweite Vorauswahl mit dann noch zehn Produktionen), einige kann man aber bereits als quasi gesetzt für eine Nominierung werten: An "Blade Runner 2049", "Dunkirk" und "Planet der Affen: Survival" dürfte kein Weg vorbeiführen. Damit blieben dann natürlich nur noch zwei Plätze für die übrigen 17 Anwärter übrig. Traditionell gute Chancen hat "Star Wars", aber die Konkurrenz ist inzwischen wesentlich größer als bei den ersten beiden Trilogien. Auch "Die Schöne und das Biest", Guillermo del Toros "The Shape of Water" und als chancenreicher Superhelden-Vertreter "Wonder Woman" sind gut im Rennen. "Jumanji 2" läßt sich noch nicht beurteilen, gegen "Okja" spricht die bisherige Netflix-Abneigung der Academy und gegen Luc Bessons "Valerian", daß der Film einfach generell nicht allzu gut ankam (ebenso wie...

TV-Tips für die Woche 49/2017

Montag, 4. Dezember:Arte, 20.15 Uhr: "Portrait of a Lady" (1996):Die Henry James-Adaption zählt trotz zweier OSCAR-Nominierungen und einer Starbesetzung mit Nicole Kidman, John Malkovich, Viggo Mortensen, Christian Bale, Barbara Hershey und Sir John Gielgud nicht zu den besten Filmen der neuseeländischen "Das Piano"-Regisseurin Jane Campion, bietet Freunden historischer Liebesdramen aber trotzdem gediegene Unterhaltung. Kidman spielt die junge Amerikanerin Isabel, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien in die gehobene Gesellschaft eingeführt werden soll, aber einen Landsmann (John Malkovich) heiratet, den sie auf Reisen trifft. Jedoch beschleicht sie schnell das Gefühl, daß ihr neuer Gatte sie nur wegen ihres nicht unbeträchtlichen geerbten Vermögens geheiratet hat ...Arte, 23.35 Uhr: "Kolberg" (1945)Eher nicht als pures Filmvergnügen zu empfehlen, aber aus historischer Sicht interessant ist Veit Harlans ("Jud Süß") von Joseph Goebbels höchstpersönlich beauftragtes Propagandawerk über die tapfere Gegenwehr der Deutschen gegen die Belagerung der preußischen Festung Kolberg durch Napoelons Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts. Götz Georges Vater Heinrich George spielt die Hauptrolle des Bürgermeisters Nettelbeck. "Kolberg" zählt übrigens zu den "Vorbehaltsfilmen", die aufgrund ihrer schamlosen Kriegspropaganda bis heute nicht für sich stehend gezeigt werden dürfen, sondern nur mit einer erklärenden Einordnung - die hier durch eine Doku und eine kurze Diskussionsrunde stattfindet, die vor dem Film ab 22.30 Uhr gezeigt werden.Außerdem:Ip Man (arg patriotisch geratenes, jedoch kampftechnisch sehr sehenswertes Portrait des von Donnie Yen verkörperten späteren Bruce Lee-Lehrmeisters; 22.00 Uhr um fast fünf Minuten gekürzt bei Tele 5, ungeschnittene Nachtwiederholung um 1.40 Uhr)Dienstag, 5. Dezember:Pro7Maxx, 20.15 Uhr: "Chronicle - Wozu bist du fähig?" (2012) Josh Tranks etwas anderer Superheldenfilm ist im günstigen Found Footage-Format gedreht, das hier aber tatsächlich mal einigermaßen Sinn ergibt und gut in die Handlung integriert wird. Dane DeHaan ("Valerian"), Michael B. Jordan ("Creed") und Alex Russell ("Jungle") spielen drei Highschool-Schüler, die nach einer nächtlichen Begegnung mit...