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Dr. med. Ewald Proll :: Arzt für Psychiatrie / Psychotherapie
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Wahnsinnswoche 2017:38

In dieser Woche 144 Patientenkontakte und 13 Terminausfälle. Die Vorstände der Kranken Kassen haben in den letzten Jahren pro Jahr etwa 3% mehr Jahresgehalt bekommen. Die Angestellten der Kranken Kassen bekommen 2 bzw. 2,4% mehr, manche sogar 3%. Medizinische Fachangestellte bekommen 2,5 Prozent mehr. Die Kranken Kassen insgesamt horten derzeit knapp 24 Milliarden Euro. In Deutschland haben wir eine Inflationsrate von 1,8 Prozent. Der Orientierungswert für Ärzte steigt um 1,18 Prozent. Radiofeature am Sonntag, den 08.10.2017 um 11.05 Uhr auf WDR 5: "Pharmafirmen versprachen psychische Krankheiten mit Medikamenten zu heilen - und sind gescheitert. Jetzt steigen sie aus der Forschung aus." Hmm. Liest sich etwas tendenziös. Ob's trotzdem hörenswert ist? Bis vor kurzem hätte ich bei einer Marketingfirma noch positive Bewertungen für Ärztebewertungsportale einkaufen können. Jetzt kann ich nur noch für 139 Euro im Monat bei dem Portal selbst eine bevorzugte Platzierung auf der ersten Seite kaufen.

Wahnsinnswoche 2017:37

In dieser Woche 151 Patientenkontakte und 17 Terminausfälle. Bei der Tagung "Digitales Gesundheitswesen 2021" soll ein Herr Pieper vom Verband Digitale Gesundheit gesagt haben: "Wir leben im digitalen Auenland" (hippokranet 12.9.2017; paywall). Er plädierte außerdem für weniger Patientenautonomie. Dem wäre wohl ein Kontrollsystem wie in Mordor lieber. Was hilft gegen Grübeln? Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung wünscht, dass die Krankenkassen die gesetzlichen Vorgaben umgehend wieder einhalten. Die lehnen nämlich Leistungen für ihre Zwangsmitglieder im Vorsorge und Rehabilitationsbereich unterschiedlich oft ohne sachliche Erklärung ab. Das lege den Schluss nahe, dass die Krankenkassen diesen Bereich zur Kosteneinsparung nutzten. Wahnsinn der Woche: Ein "Friedenskomitee" ruft in einer Erklärung dazu auf, Japan mit einer Atombombe im Pazifik zu versenken. WTF? Müssten die sich nicht in "Angriffskriegskomitee" umbenennen? Lernen Sie Ihr Problem kennen, verdrängen Sie es nicht, umarmen Sie es, akzeptieren Sie es, fragen Sie sich, was Sie damit anfangen. Jim van Os über Psychosen, Schizophrenie und Sinngebung.

Wahnsinnswoche 2017:36

In dieser Woche 110 Patientenkontakte und 12 Terminausfälle. Diese Woche war deutlich entspannter als die davor. Langweilig war's trotzdem nicht. Termin beim Amtsgericht. Ich sollte mein Gutachten erläutern. Die Grundsatzfrage, ob überhaupt eine psychische Erkrankung vorliegt, hatte ich offenbar zweifelsfrei beantwortet, denn danach wurde gar nicht mehr gefragt. Wir haben dann eine Stunde über das Leistungsvermögen diskutiert, und ich musste die Abgrenzung zwischen Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit bzw. -minderung nochmal erläutern. Naturgemäß wichen die Einschätzungen der Parteien diametral voneinander ab, und letztlich habe ich mich auf ein - für eine chronische Double-Depression immer noch erstaunliches - Restleistungsvermögen von 38 Wochenstunden festgelegt. Bis dahin lief die Diskussion relativ spannungsfrei, aber als es um die Frage ging, ob man - hypothetisch - durch frühzeitige Behandlung (etwa ab 2000) das heutige Leistungsvermögen hätte günstig beeinflussen können, wurde es etwas hitziger, weil ich nur ebenfalls hypothetisch antworten konnte. Im Zuge der Diskussion musste ich aber deutlich darauf hinweisen, dass es für ein Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse den unterstellten Anspruch auf eine "optimale" Behandlung leider nicht gibt, sondern dass sich die Behandlung im GKV-Bereich nach §12 SGB 5 auf eine wirtschaftliche, ausreichende, notwendige und zweckmäßige Behandlung beschränkt. Und dass seit Jahren unverändert bzw. tendenziell zunehmend erhebliche Wartezeiten bei der Suche nach fachärztlicher (3 Monate) und psychotherapeutischer (6-9 Monate) Behandlung einzukalkulieren sind. Und dass die hausärztliche Behandlung nicht automatisch eine schlechtere Behandlung sein muss. Antidepressiva (SSRI) wirken tatsächlich! Nicht bei allen Patienten, aber bei vielen. Hieronymus F et al: Efficacy of selective serotonin reuptake inhibitors in the absence of side effects: a mega-analysis of citalopram and paroxetine in adult depression. Molecular Psychiatry advance online publication 25 July 2017 Die FDA hat Deutetrabenazin zur Behandlung der Spätdyskinesie zugelassen. In Deutschland werden wir darauf noch etwas warten müssen.

Wahnsinnswoche 2017:35

In dieser Woche 173 Patientenkontakte und 17 Terminausfälle. Eine Woche war die Praxis geschlossen. Montag war es erwartungsgemäß schon ziemlich voll, aber am Donnerstag standen die Leute wieder buchstäblich bis auf die Straße. Kurz vor 18 Uhr war ich dann mit allen Anliegen fertig. Die SPD beantwortet die Frage "Durch welche Maßnahmen will Ihre Partei die in der Grundversorgung tätigen Fachärzte stärken?" so: es seien mehr Hausärzte als heute in der Versorgung nötig. WTF? Demnächst können Sie Ihre Krankheitsdaten bei Amazon bestellen von Amazon verwalten lassen. Die haben ein geheimes (?) Projekt gestartet, um elektronische Krankenakten und telemedizinische Anwendungen zu entwickeln. Zuerst möchte man aber mit Hilfe medizinischer Aufnahmegeräte an Ihre Gesundheitsdaten kommen. Die sollten sich mal mit Bertelsmann in Gestalt von Arvato in Verbindung setzen, das macht es leichter. Der AOK-Bundesverband faselt in Zusammenhang mit der existenziellen Absicherung im Krankheitsfall doch tatsächlich von einer "Wertschöpfungskette". Ich frage mich, welches Produkt die AOK da eigentlich verkauft - die patientenzentrierten Dienstleistungen haben sie doch an uns Ärzte outgesourct, gleichzeitig "raffen und horten die Krankenkassen die Goldstücke wie weiland Onkel Dagobert". Inzwischen liegen mehr als 17,5 Milliarden Euro bei den 113 gesetzlichen Krankenkassen auf Halde. MDMA soll bei der posttraumatischen Belastungsstörung helfen. [1] [2]

Wahnsinnswoche 2017:33

In dieser Woche 175 Patientenkontakte und 20 Terminausfälle. Ich schicke selten Patienten weg. Diese Woche musste ich gleich zwei Behandlungen ablehnen: Der Eine fragte, ob ich einen Hausbesuch machen könnte, und als ich dann nach einer längeren Anreise quer durch die Stadt zur vereinbarten Zeit bei ihm ankam, machte er die Tür nicht auf und ging nicht ans Telefon. Später hörte ich dann, das sei ihm zu kurzfristig gewesen - aber er bräuchte jetzt dringend ein BTM-Rezept. Das geht leider sowas von gar nicht. Der Zweite kam nach mehr als einem Jahr Kontaktabbruch unversehens wieder in die Sprechstunde und forderte die sofortige Verschreibung von Suchtmitteln. Nachdem er schon im letzten Jahr parallel verschiedene Ärzte um Rezepte erleichtert und das Zeug anschließend teilweise vertickt hatte (ich habe so meine Informanten), habe ich ihm erklärt, dass ich kein Vertrauen in ihn hätte und ihn nicht wieder behandeln würde. Seine Drohung mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung habe ich zur Kenntnis genommen und auch, dass er anschließend den vollen Aschenbecher quer durch den Vorgarten getreten hat. Als Vertragsarzt kann ich unter solchen Umständen (fehlendes Vertrauensverhältnis, Wunsch nach unbegründeten Verordnungen, angedrohte Strafanzeige) eine Behandlung ablehnen. Ich kann eine Behandlung auch dann ablehnen, wenn ich so viele Patienten in Behandlung habe, dass deren ausreichende Versorgung durch die Übernahme weiterer Patienten gefährdet wird bzw. mir zusätzliche Behandlungszeiten nicht zugemutet werden können. Möglicherweise muss ich das in den nächsten Wochen tatsächlich machen. Anfang des Jahres gab es ja einen ziemlichen Hype um Cannabis. Auf Psiram gibt es einen lesenswerten Artikel mit vielen Informationen rund um "Cannabis – Medizin/Sucht/Mythen/Anekdoten … was uns bewegt". Valproat ist in erheblichem Maße teratogen. Die Fotografin Nora Klein hat eine Ausdrucksform gefunden, die jenseits der Worte vermittelt, wie depressive Menschen die...