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Mein Lissabon
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Eine Brücke über den Tejo

Für die portugiesische Hauptstadt ist die Ponte 25 de Abril wesentlich mehr als nur ein weithin sichtbares Wahrzeichen, sie ist eine ihrer Hauptlebensadern. Täglich überqueren auf ihr etwa 150.000 Fahrzeuge und 160 Züge den Tejo, der Lissabon vom dicht besiedelten Südufer trennt.Bis zur Eröffnung der Brücke im Jahr 1966 boten die Fährschiffe der Transtejo die einzige Möglichkeit, innerhalb der Stadt den Fluß zu überqueren. Wer aus dem Süden kommend mit dem Auto nach Lissabon wollte, mußte einen endlosen Umweg über Vila Franca de Xira in Kauf nehmen.So wurde die Tejobrücke zu einem Prestigeobjekt des alten Regimes unter Diktator Salazar, das die Leistungsfähigkeit des Estado Novo unter Beweis stellen sollte. Schließlich war die Brücke ein lang gehegter Wunsch vieler Portugiesen, der seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts immer wieder diskutiert, bis dahin aber nicht verwirklicht worden war.Die Golden Gate Bridge am Tejo Für die Erbauung der Brücke, die bis zur Nelkenrevolution am 25. April 1974 Ponte Salazar hieß, wurden keine Kosten gescheut. Die für die damalige Zeit eindrucksvolle Summe von 2,2 Milliarden Escudos oder 32 Millionen Dollar floss in den vierjährigen Brückenbau, der von der US Steel und der American Bridge Company ausgeführt wurde. Ähnlichkeiten mit der Golden Gate Bridge sind aufgrund der rostroten Farbe nicht von der Hand zu weisen, auch wenn das eigentliche Vorbild für die Tejobrücke die ebenfalls von der American Steel Company fertiggestellte San Franciso Bay Bridge war.Mit einer lichten Höhe von 70 Metern und einer Gesamtlänge von knapp 2,3 Kilometern ist die Brücke des 25. April weltweit die zweitlängste Hängebrücke, die sowohl dem Straßen- als auch dem Schienenverkehr dient, denn seit 1999 existiert unterhalb der sechs Fahrspuren eine zusätzliche Ebene mit zwei Schienensträngen.Dass es für den Straßenverkehr seit der Weltausstellung 1998 mit der eleganten Ponte Vasco da Gama etwas weiter Flusseinwärts die längste Brücke Europas als...

Zwei Raben brauen Bier

Zweifellos ist das kleine Portugal eine große Weinnation. An den steilen Hängen des Douro oder in den weiten Ebenen des Alentejo gedeihen Rebsäfte, die mit zum Besten zählen, was Winzer rund um den Globus in Flaschen füllen.Bei aller Begeisterung über die lusitanischen Weine wird oftmals übersehen, dass die Portugiesen auch ein kühles Bier keineswegs gering schätzen. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denkt man nur an die vielen Sonnenstunden, die den Westrand Europas erwärmen. Im Kampf gegen die oftmals heißen Temperaturen trinkt jeder Portugiese jährlich 46 Liter Bier und "nur" 42 Liter Wein.So ist neben den omnipräsenten Biermarken Sagres und Superbock auch das sogenannte Craft Beer längst in Portugal heimisch geworden. Kleine Erzeuger wie Celtas, Maldita und Sovina brauen abseits des Mainstreams Spezialitäten wie India Pale Ale, Stout oder Weizenbier. Insgesamt versuchen aktuell rund 90 Mikrobrauereien, mit ihren Gerstensäften in den Supermärkten und Restaurants des Landes Fuß zu fassen.Biertasting in MarvilaEine wunderbare Gelegenheit, die portugiesischen Braukünste in Lissabon zu testen, bietet die kleine Brauerei Dois Corvos - zu deutsch Zwei Raben - im Stadtteil Marvila. In einer ehemaligen Lagerhalle werden dort zehn verschiedene Gerstensäfte gebraut und können vor Ort im ziemlich stylischen Tap Room mit Blick auf die Braukessel getrunken werden.Allen, denen angesichts so wohlklingender Namen wie Hello Nasty, Stardust oder Finisterra die Auswahl schwer fällt, machen die Dois Corvos ein unwiderstehliches Angebot. Für acht Euro kann der unentschlossene Besucher ein Tasting Tray bestellen: Ein Holzbrett, auf dem fünf unterschiedliche Biersorten in kleinen Gläsern kredenzt werden.Zu zweit schafft man es auf diese Weise locker, alle zehn Biere zu probieren. Bestellt man dazu noch eine Kleinigkeit zu essen, steht auch der weiteren Tagesgestaltung nichts im Wege. Von verführerischem Bernstein bis dunkelstem Braun schimmert der Gerstensaft in den Gläsern, während der Verkostung lässt es sich trefflich über die beeindruckende Geschmacksvielfalt philosophieren.Dois Corvos CervejeiraRua...

Der reichste Mann der Welt

Calouste Gulbenkian vor seinem MuseumWir schreiben das Jahr 1942. Fast ganz Europa liegt in den Fesseln eines Weltkriegs, in dem Tag für Tag tausende Menschen ihr Leben verlieren. Doch am Westrand des Kontinents herrscht Frieden, denn Diktator Salazar hat es mit Hilfe unzähliger diplomatischer Winkelzüge verstanden, sein Land weitestgehend aus dem Konflikt herauszuhalten.In dieser Zeit macht Lissabon seinem Ruf als Stadt des Lichts gleich doppelt Ehre. Denn nicht allein die lusitanische Sonne tröstet all jene, die hier Zuflucht finden. Lissabon gehört in diesen Tagen zu den wenigen Metropolen des alten Kontinents, die nicht aus Furcht vor nächtlichen Bombenangriffen verdunkelt sind, sondern im abendlichen Lichterglanz erstrahlen.In dieses Lissabon des Friedens und des Lichts flüchtet sich in jenem Schreckensjahr auch ein Ölmagnat, der als reichster Mann der Welt gilt. Calouste Gulbenkian entstammt einer wohlhabenden armenischen Familie aus Istanbul. Nach seiner Ausbildung in Marseille und London legt er den Grundstein für sein Vermögen als Vermittler internationaler Ölgeschäfte. Er lebt in Paris und London und wird schließlich britischer Staatsbürger.Von klein auf ein Liebhaber der bildenden Künste, investiert Gulbenkian einen guten Teil seines ungeheueren Reichtums in eine Kunstsammlung. Im Laufe der Jahrzehnte trägt er Gemälde, Skulpturen und kunsthandwerkliche Arbeiten aus fast allen Epochen zusammen. Als Gulbenkian 1942 das besetzte Paris verlässt, gelingt es ihm, seine inzwischen unschätzbar wertvolle Sammlung ebenfalls nach Lissabon zu bringen.Während seiner Jahre in Lissabon lebt der Ölmagnat im Hotel Aviz, wo er 1955 im Alter von 86 Jahren auch stirbt. In der portugiesischen Hauptstadt gründet Gulbenkian die mit einem Startkapital von 67 Millionen Dollar ausgestattete Stiftung Fundação Calouste Gulbenkian, in die er auch seine Kunstsammlung überführt. Eine für die damalige Zeit ungeheuere Summe. So verschlang die Errichtung der 1966 eröffneten Tejobrücke umgerechnet lediglich 32 Millionen Dollar.Eine Oase der RuheIm Jahr 1969 eröffnet die Stiftung das Museu Calouste Gulbenkian, in dessen Dauerausstellung...

Schöne neue Welt

Wer irgendwo in der Innenstadt die Metro besteigt, um sie am Bahnhof Gare do Oriente wieder zu verlassen, begibt sich auf eine Zeitreise. Denn im Parque das Nações ist alles anders, als sonst in Lissabon. Ist die portugiesische Hauptstadt oftmals alt, verwinkelt, voller Patina, Geschichte und Geschichten, zeigt die Metropole in dem anläßlich der Weltausstellung 1998 am Tejoufer entstandenen, vierzig Hektar großen Stadtteil ein anderes Gesicht.Schon der von Santiago Calatrava entworfene Bahnhof, gleichsam das Tor zum Park der Nationen, fasziniert durch seine Weite und die klaren, schnörkellosen Linien. Dem Gare do Oriente gegenüber liegt das Einkaufszentrum Vasco da Gama, durch das die meisten Besucher den Parque das Nações betreten.Während der Vorbereitungen für die Weltausstellung, die unter dem Motto Die Ozeane - Ein Erbe für die Zukunft stand, waren die Planer des vier Monate dauernden Megaevents bemüht, aus den Fehlern zu lernen, die nur sechs Jahre zuvor in Sevilla anläßlich der Expo 1992 begangen wurden. Dort verwaiste das Ausstellungsgelände und gleicht heute in weiten Teilen einer Geisterstadt.Lieber orientierte man sich am Beispiel von Barcelona, das für die Olympiade 1992 brachliegende Hafenanlagen in eines der Zentren der Spiele umgewandelt hatte. Und an brachliegenden Industrie- und Werftgeländen herrschte am Flussufer im Nordosten von Lissabon keinen Mangel.Es ist dieser weitsichtigen Planung zu verdanken, dass im Park der Nationen viele Einrichtungen entstanden sind, die heute aus dem Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken sind. Da ist der inzwischen in MEO Arena umbenannte Pavilhão Atlântico, eine Multifunktionshalle für 20.000 Zuschauer, in der regelmäßig Konzerte und andere Großveranstaltungen stattfinden.Weiter nördlich dienen ehemalige Pavillons der Expo als Ausstellungshallen des internationalen Messezentrums, noch weiter Flußeinwärts wurde der 145 Meter hohe Aussichtsturm Torre Vasco da Gama zu einem Luxushotel umgewandelt.Prunkstück des Parque das Nações ist das grandiose Oceanário de Lisboa, das jährlich rund eine Million Besucher anlockt. Darüber hinaus beherbergt...

Ein neuer Ausblick auf die Stadt

Kein Mangel herrscht in Lissabon an Aussichtspunkten. An vielen gut zugänglichen oder auch verborgenen Stellen bieten die Miradouros dem Besucher immer neue Perspektiven auf die Stadt, laden zum Schauen und Verweilen ein.Braucht es da einen weiteren - obendrein kostenpflichtigen - Aussichtspunkt auf dem Dach eines Einkaufszentrums? Etwas skeptisch gestimmt mache ich mich auf den Weg, den neuen Ausblick von einem der Türme des Amoreiras Shopping Centers in Augenschein zu nehmen.Am Infoschalter im Erdgeschoss sind Eintrittskarten für fünf Euro erhältlich, die Tickets können auch bereits vorab online erworben werden. In der ersten Etage des Zentrums weisen dann ab der Rolltreppe bunte Pfeile auf dem Fußboden den Weg zum Aufzug, der die Schaulustigen in luftige Gefilde befördert, denn die Plattform liegt immerhin auf einer Höhe von 174 Metern.Oben angekommen, liegt die Stadt buchstäblich zu meinen Füssen. Denn vom Amoreiras hat man tatsächlich einen Rundumblick auf Lissabon und die angrenzenden Gemeinden, das können andere Aussichtspunkte so nicht bieten. Fast alle Sehenswürdigkeiten sind von hier aus zu entdecken, selbst Flugzeuge lassen sich bei der Landung auf dem Aeroporto Humberto Delgado beobachten. Drei Tafeln helfen bei der Orientierung.Wer ein wenig Zeit hat um zum Amoreiras zu fahren, sollte sich diesen neuen Ausblick auf die Stadt nicht entgehen lassen. Gut kombinieren lässt sich der Panoramic View mit einem Besuch des Cemitério dos Prazeres und der Markthalle von Campo de Ourique. Von dort erreicht man das Einkaufszentrum in etwa fünfzehn Minuten zu Fuß.Amoreiras 360° Panoramic ViewAv. Eng. Duarte Pacheco1.1.-31.3. Montag-Freitag 10-12.30 Uhr und 14.30-22 Uhr, Samstag und Sontag 10-18 Uhr1.4.-30.6. Montag-Freitag 10-12.30 Uhr und 14.30-22 Uhr, Samstag und Sontag 10-22 Uhr1.7.-31.8. täglich 10-22 Uhr1.-30.9. Montag-Freitag 10-12.30 Uhr und 14.30-22 Uhr, Samstag und Sontag 10-22 Uhr1.10.-30.12. Montag-Freitag 10-12.30 Uhr und 14.30-22 Uhr, Samstag und Sontag 10-18 UhrEintritt 5 EuroStand: Mai 2017

Im Aufzug durch die Stadt

Ascensor da GlóriaLissabon ist auf sieben Hügeln erbaut. Das ist schön fürs Auge, weil sich an vielen Straßenecken neue, oftmals spektakuläre Ausblicke eröffnen. Weniger schön ist das für die Füße. Wer einmal von der Unterstadt Baixa hinauf ins Bairro Alto und die Alfama gewandert ist, weiß wovon ich spreche. Teilweise geht es nämlich ordentlich bergauf und bergab.Bereits im 19. Jahrhundert dachten die Stadtväter darüber nach, wie man den geplagten Fußgängern der lusitanischen Metropole das Leben erleichtern könnte. Herausgekommen sind dabei die drei Standseilbahnen Ascensor da Bica, da Glória und do Lavra, die neben dem Elevador de Santa Justa und der alten Straßenbahnlinie 28 heute zu den Wahrzeichen der Stadt gehören.Den Anfang machte am 19. April 1884 der Ascensor do Lavra, der den Largo da Anunciada mit der Rua Câmara Pestana verbindet. Auf einer Fahrstrecke von nur 182 Metern überwindet der Aufzug eine Höhendifferenz von 43 Metern, die Steigung beträgt dabei bis zu 25 Prozent. Schon am Eröffnungstag war der erste Aufzug der Stadt ein voller Erfolg, mehr als 3.000 Lisboetas nutzten damals die Gelegenheit zu einer Gratisfahrt mit dem neuen Transportmittel.Schon im darauf folgenden Jahr ging am 24. Oktober 1885 der Ascensor da Glória in Betrieb, der von der zentral gelegenen Praça dos Restauradores 265 Meter hinauf ins Bairro Alto zum Miradouro São Pedro de Alcântara rumpelt und dabei beachtliche 48 Höhenmeter überwindet.Am 28. Juni 1892 nahm dann der Ascensor da Bica seinen Dienst auf. Er verbindet auf einer 260 Meter langen Strecke mit einer Höhendifferenz von 45 Metern den Largo do Calhariz mit der Rua de São Paulo, von wo es nur noch ein kurzer Weg bis zum Mercado da Ribeira ist.Eine Fahrt mit einem der drei Ascensores gehört eigentlich zum Pflichtprogramm in Lissabon. Wer sich das Erlebnis gönnen will, sollte den Aufzug nicht ohne die wiederaufladbare Magnetkarte Viva...